Tagestipps im Radio

Tagestipps

Sonntag 18:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Nachspiel

Von alter Kriegskunst bis zum Online-Kurs Karate zwischen Tradition und Moderne Von Anja Röbekamp Karate ist sehr viel mehr als der berühmte Handkantenschlag im Kino. Karate ist eine lebendige Kampfkunst, die mit der Zeit geht und sich verändert: von den Ursprüngen als Selbstverteidigung unbewaffneter Bauern gegen gut gerüstete Krieger bis hin zur olympischen Disziplin 2021. Die alte Kriegskunst bietet als moderner Sport vielfältige Möglichkeiten, die über Selbstverteidigung einerseits und sportlichen Wettkampf andererseits weit hinausgehen. So ist Karate als Gesundheitssport von der Weltgesundheitsorganisation WHO anerkannt und wird aktiv als Rehabilitations- und Therapiesport erforscht.

Sonntag 18:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Hörspiel

Zersplittert Von Alexandra Badea Übersetzung aus dem Französischen: Frank Weigand Regie: Anouschka Trocker Mit: Bettina Kurth, Martin Engler, Astrid Meyerfeldt, Oliver Urbanski und Rosi Knoden Komposition: Andrea Neumann Ton und Technik: Claudia Pitzer-Landeck, Claudia Peycke Produktion: SR 2014 Länge: 74"52 Geschichten von Menschen, die nicht mehr in der Lage sind, dem Leben jenseits der Arbeit etwas abzugewinnen: die das Wünschen verlernt haben und denen persönliche Beziehungen abhandenkommen. Lyon, Shanghai, Dakar, Bukarest: Alexandra Badea lässt vier Menschen von ihrem Arbeitsleben erzählen. Die chinesische Fabrikarbeiterin berichtet vom ungeheuren Druck, quälender Müdigkeit, die unzählige Stunden am Fließband mit sich bringen. Der französische Außendienstmitarbeiter weiß morgens nicht, wo er aufwacht - auch egal, abends wird er ohnehin in eine andere Stadt geflogen sein. Der Gruppenleiter einer Telefon-Hotline in Dakar versucht mit absurden Mitteln, seinen Mitarbeitern die Nähe zum französischen Auftraggeber zu vermitteln. Eine rumänische Forschungsingenieurin setzt alles daran, den Karrieresprung auf die internationale Ebene zu schaffen. Menschliche Beziehungen bleiben in diesem Hörspiel, das sich mit den Bedürfnissen des globalisierten Arbeitslebens beschäftigt, auf der Strecke. Wenn jemand von dieser fortschreitenden Selbstentfremdung profitiert, dann sind es jedenfalls nicht die Arbeitnehmer. Alexandra Badea, geboren 1980 in Rumänien, lebt seit 2003 in Paris. Die Autorin, Regisseurin und Bühnenbildnerin nahm u.a. am Stückemarkt des Berliner Theatertreffens und am Internationalen Theaterfestival in Hermannstadt teil. Ihr erfolgreichstes Stück, "Pulverisés" ("Zersplittert" 2012), wurde mit dem Grand Prix de Littérature Dramatique 2013 ausgezeichnet, von France Culture gesendet und europaweit inszeniert. Zersplittert

Sonntag 19:04 Uhr WDR3

WDR 3 Hörspiel

Wild Von Lucas Derycke Suche nach der letzten Wildnis in der Zivilisation Übersetzung aus dem Niederländischen: Angela Kuhk Musik: Frederik Neyrinck Anna: Merle Wasmuth Kollegin: Lou Strenger Ehemann: Moritz Führmann Hausmeister: Ralf Drexler Polizistin: Aischa-Lina Löbbert Förster: Filip Peeters Frau in gelber Jacke: Tanja Schleiff Politiker: Benjamin Höppner Mann im Anzug: Michaël Pas Frau im Bleistiftrock: Rabea Wyrwich Erzähler: Andreas Helgi Schmid Schülerin: Smila Rilinger Schüler: Julius Langner und Casper Duda Kind: Juri Schremmer Schulleiter: Ludger Burmann Frau: Nina Lentföhr Mutter: Justine Hauer Regie: der Autor Produktion: WDR 2020

Sonntag 20:15 Uhr Ö1

Ö1 Kunstsonntag: Tonspuren

Satz-Bau als Kraft-Akt Schreiben als Work Out Im Roman "Entdecker" war es "nur" ein Gebäude, in "Das flüssige Land" bereits ein ganzes Dorf mit abgründigem Sous-Terrain: die österreichische Autorin Raphaela Edelbauer beschreibt mit wortgewaltig Welten knapp vor dem Zerfall, die langsam zerrinnen, einstürzen und versinken und unter denen Verstecktes, Verdrängtes, Verborgenes hervorkommt. Sie lässt ihre Arbeit gern illustrieren und erfreut Besucherinnen und Besucher ihrer Lesungen mit perfekt designten Performances, in denen sie im Gewand der Wissenschaft Ungeheuerliches enthüllt. Dazu kommen Kraftakte jenseits der Literatur: 24 Stunden Gewichtheben und der Besuch jedes Fitnessstudios zwischen Frankfurt und Leipzig zum Beispiel. Oder Rudern gegen den Strom - auf der Donau - und laufen, laufen, laufen. Der eigentliche Marathon findet aber am Schreibtisch statt. Raphaela Edelbauer verkörpert (!) den Prototyp der jungen, unerschrockenen, starken, ausdauernden Literatin. Feature von Sabine Nikolay

Sonntag 21:05 Uhr NDR Info

Das Hörspiel

Die Phantome des Hutmachers Nach dem Roman von Georges Simenon Musik: Andreas Bick Übersetzung aus dem Französischen: Eugen Helmlé Bearbeitung und Regie: Janine Lüttmann Mit Burghart Klaußner, Wolfgang Pregler, Martin Seifert, Effi Rabsilber, Julian Greis, Tino Mewes, Alexander Radszun, Josefine Israel, Marion Breckwoldt, Friedhelm Ptok u.a. NDR 2020 / Ursendung La Rochelle im Spätherbst. Es regnet schon seit drei Wochen. Die Stadt ist abends nahezu verwaist, denn ein Mörder geht um, der alte Frauen bestialisch erwürgt. Der Polizei fehlt bislang jeder Anhaltspunkt. Nur der Schneider Kachoudas, ein armer Migrant, kommt dem Mörder zufällig auf die Schliche. Wird er den vermögenden, angesehenen Mann verraten? Würde man ihm glauben? Zwischen dem Mörder und seinem unfreiwilligen Mitwisser entspinnt sich eine bemerkenswerte Beziehung. Derweil geht das Morden weiter. Ein beklemmendes, raffiniertes Psychogramm und DER Klassiker der Non-Maigrets von Georges Simenon. Weitere Informationen unter ndr.de/radiokunst. Das Hörspiel

Sonntag 22:00 Uhr HR2

Hörspiel | Station im Nebel von Paolo Levi

In der Regie von Cläre Schimmel Paolo Levi, der vor allem Filmdrehbücher schrieb, schildert in seinem Hörspiel "Station im Nebel" den Augenblick einer Lebensentscheidung. Mario verabschiedet sich von seiner Geliebten am Bahnhof, um nach Rom zu fahren. Der junge Architekt will dort ein letztes Examen ablegen. Der Zug hat Verspätung, die Geliebte misstraut ihm, sie glaubt, dass er sich davonstehlen wird.

Sonntag 22:03 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Literatur

Vom wunderlichen Hang zu 1.000 Seiten plus Die ganze Welt in einem Buch Von Florian Felix Weyh Mit Shakespeare rufen viele: Lasst dicke Bücher um mich sein! Warum nur? Jeder mag den dicken Roman. Autoren, weil sie endlich alles sagen können; Leser, weil ihr Vergnügen lange währt; Verlage, weil sich damit etwas verdienen lässt. Keiner mag die schwere Schwarte: Kritiker, weil sich die Lektüre hinzieht; Lektoren, weil sie den Überblick verlieren; Buchhändler, weil der Platz knapp wird. Ob mit elitärer Feder oder als leichte Unterhaltungsliteratur geschrieben - dicke Romane sind eine Konstante der Literaturgeschichte. Wie passen sie in unsere durchgetaktete Welt? Welche praktischen, ästhetischen und ökonomischen Probleme bergen diese 1.000 und mehr Seiten umfassenden Projekte? Ein dicker Roman ist jedenfalls nicht einfach eine überdehnte Geschichte; er ist ein Werk, dessen Schöpfer glaubt, es könne ohne Substanzverlust nicht kürzer sein. Irren die Autoren? Strafen die Leser sie mit Verweigerung? Zumindest verlängert ein achtgebietender Umfang die Verweildauer des Buches im Regal: Ob "Mann ohne Eigenschaften" oder "Krieg und Frieden" - in den Regalen schubst Dickes das Dünne regelmäßig vom Brett: Weil man es noch nicht gelesen hat, doch irgendwann ganz sicher lesen will.

Sonntag 23:03 Uhr SWR2

SWR2 Musikpassagen

Stoppok: Rockstar? Nein danke! Von Bernd Gürtler Die ganz große Rockbühne ist Stoppok immer suspekt gewesen. Der gebürtige Hamburger, aufgewachsen im Ruhrgebiet, gibt den Underdog aus Überzeugung, tritt vorzugsweise in kleineren Klubs auf und muss niemanden fragen, wenn er wie auf seinem Album "Jubel" vom Frühjahr 2020 gegen Fremdenfeindlichkeit Position bezieht oder den Zustand des Planeten beklagt.

Sonntag 23:05 Uhr NDR Info

Nachtclub ÜberPop

"Hamburg Calling": Punk im Norden Mit Birgit Reuther Wie kam der Punk in den 1970er-Jahren nach Norddeutschland? Wie haben sich Underground und Avantgarde vor allem in Hamburg entwickelt? Und was ist vom damaligen Sound und Geist heutzutage noch zu spüren? In dieser Ausgabe des Nachtclub ÜberPop spricht Moderatorin Birgit Reuther mit dem Journalisten und Autor Alf Burchardt darüber, ob Punk wirklich tot ist. Und wie lebendig dessen Spielarten früher waren. Alf Burchardt ist absoluter Musikenthusiast und hat den Punk-Spirit mit unzähligen Konzerten aufgesogen, etwa 1977 bei The Clash im Winterhuder Fährhaus oder 1978 bei den Ramones in der Markthalle. Mit "Hamburg Calling" hat er soeben im Junius Verlag ein Buch mit herausgegeben, das tief hineinführt in die subkulturellen Jahre von 1977 bis 1985. Hinein in Clubs und Kaschemmen. Hin zu Provokation und Experimentierfreude. Und zu zahlreichen Bands wie Palais Schaumburg und Xmal Deutschland. Im Gespräch erkundet und reflektiert Birgit Reuther mit Alf Burchardt, was für ein Lebensgefühl sich damals in Musik, aber auch in Mode, Codes und Fanzines kanalisierte. Die beiden reden zudem darüber, in welchem Verhältnis diese popkulturelle Bewegung zu den politischen und gesellschaftlichen Strömungen der Zeit stand. Es soll aber auch darum gehen, was heute vom Punk übrig geblieben ist. Und wo sich sozialkritische bis rebellische Ansätze in der aktuellen Musikszene finden lassen. Erstsendung Sonntag, Wiederholung am Donnerstag auf NDR Blue

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